Luhuitou
| Englischer Name | Luhuitou Park |
| Chinesisch | 鹿回头 kopierenLùhuítóu |
| Beste Zeit | Ab ca. 17:00 für Sonnenuntergang (ca. 18:05) und blaue Stunde · abends bis 22:30 für die Lichter der Stadt |
| Bus | Linien 26, 54 und 55 fahren laut Stand 2023 zum Park — aktuell in Amap prüfen. Vom Eingang zum Gipfel mit dem Shuttle oder zu Fuß bergauf. |
| Didi | Aus dem Zentrum rund 10–15 Minuten, ca. 15–20 ¥, bis zum Parkplatz auf halber Höhe. |
| Route live | |
| Eintritt | Kostenlos seit Juli 2022 — Anmeldung mit Realnamen erforderlich, Pass mitnehmen |
| Tickets | Auf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link* |
| Geöffnet | 08:00–22:30 |
| Shuttle zum Gipfel | hin und zurück ca. 15–28 ¥ |
| Höhe | 181 m |
| Dauer | 1–2 Stunden |
Die Legende
Die Geschichte gibt es in mehreren Fassungen, die ausführlichste geht so: Ein grausamer Stammesfürst will ein wertvolles Hirschgeweih und zwingt den jungen Li-Jäger A Hei, in die Berge zu gehen. Dort sieht A Hei einen wunderschönen Hirsch, der gerade von einem Leoparden gejagt wird. Er erschießt den Leoparden — und verfolgt dann selbst den Hirsch.
Neun Tage und neun Nächte jagt er ihm nach, über neunundneunzig Berge und durch neunundneunzig Flüsse, von den Bergen im Inselinneren bis an eine Korallenklippe am Südende der Insel. Vor dem Tier liegt nur noch das Meer. A Hei spannt den Bogen. Da dreht sich der Hirsch um und blickt ihn an — und verwandelt sich in eine junge Li-Frau.
Die beiden heiraten. Die Hirschfrau ruft ihre Brüder zu Hilfe, gemeinsam besiegen sie den Fürsten, und auf der Klippe entsteht ein Dorf. Der Berg heißt seither Lùhuítóu — „der Hirsch dreht den Kopf“. Und Sanya trägt bis heute den Beinamen Lùchéng, die Hirschstadt.
Eine Liebesgeschichte als Stadtwappen
In China zählt die Sage zu den drei großen Liebeslegenden der Minderheiten, neben Ashima aus Yunnan und Liu Sanjie aus Guangxi. Bemerkenswert ist, woher sie kommt: Sie ist keine Geschichte der Han-Chinesen, sondern eine der Li, der Ureinwohner der Insel. Eine Millionenstadt hat also die Legende ihrer Minderheit zu ihrem Wahrzeichen gemacht.
Auf dem Gipfel steht dazu eine große Granitskulptur: Jäger, Hirsch und Frau in einer Gruppe. Geschaffen hat sie der hainanesische Bildhauer Lin Yuhao; angestoßen hat das Projekt nach seinen Erinnerungen ein Kommunalpolitiker aus dem Volk der Li. Wie hoch sie ist, darüber sind sich die Quellen nicht einig — die Angaben schwanken zwischen 12 und 15 Metern. Sicher ist: Sie gehört zu den bekanntesten Skulpturen der Insel und wurde 2009 mit einem nationalen Preis für Stadtskulpturen ausgezeichnet.
Den Hirsch gibt es wirklich
Das Tier aus der Legende ist kein Fabelwesen. Gemeint ist der Hainan-Leierhirsch, auf Chinesisch pōlù — eine Unterart, die nur auf dieser Insel vorkommt. Er war im 20. Jahrhundert fast ausgerottet; in den 1970er Jahren lebten nur noch wenige Dutzend Tiere. Erst Schutzgebiete im trockenen Westen der Insel haben den Bestand wieder wachsen lassen.
Im Park selbst gibt es zwar ein Hirschgehege — dort leben aber Sikahirsche, nicht die seltenen Leierhirsche der Legende.
Der Berg der Liebe
Der Park hat sich ganz der Legende verschrieben und nennt sich „Liebesberg am Südchinesischen Meer“. Es gibt ein in den Fels gemeißeltes Schriftzeichen für Liebe, eine Plattform für ewige Schwüre, Liebesschlösser, einen „Ehebaum“ und einen „Stein, der erst zerfällt, wenn die Meere austrocknen“ — nach einer chinesischen Redewendung für ewige Treue.
Am nördlichen Aussichtspunkt steht eine Steininschrift mit den Zeichen für „Liebe auf den ersten Blick“, geschrieben vom früheren chinesischen Verteidigungsminister Zhang Aiping. Rund um die Skulptur finden sich weitere Inschriften von Schriftstellern und Politikern; auch Jiang Zemin, Hu Jintao und Xi Jinping waren hier oben. Wer in China eine Inspektionsreise nach Sanya machte, stieg traditionell auf diesen Berg.
Der Blick
Der Park liegt auf der Luhuitou-Halbinsel, die sich rund drei Kilometer südlich der Innenstadt ins Meer schiebt. Er umfasst fünf Gipfel auf gut 80 Hektar, der höchste ist 181 Meter hoch. Drei Seiten grenzen ans Meer, eine an die Stadt — deshalb ist er der einzige Ort, von dem man Sanya als Ganzes sieht.
Von oben liegen in einem Bild vor einem: die Innenstadt, die Sanya-Bucht und Dadonghai, die Türme von Phoenix Island, die Fischerboote im Hafen — und die Mündung, an der sich Sanyas zwei Flussarme treffen, jene Astgabel, von der die Stadt ihren Namen hat. Der Park ist Aussichtspunkt für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zugleich.
Vom Eintrittspark zum Stadtpark
Lange kostete Luhuitou Eintritt. Seit dem 1. Juli 2022 ist der Park kostenlos — und hat sich seither verändert. Am Abend kommen die Einheimischen: Man sieht Leute, die live ins Internet streamen, singen, Karaoke machen, spazieren. Geöffnet ist bis 22:30, und nach Sonnenuntergang liegt die ganze Stadt beleuchtet unter einem.
Auf der Halbinsel lebt außerdem eine wilde Makakenpopulation. Die Tiere sind an Menschen gewöhnt und tauchen am Straßenrand und in der Anlage auf.
Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 06.11.2026.