Hainan AUF EIGENE FAUST
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Ocean Flower Island — die Blüteninsel von Evergrande

Quick Info
Englischer NameOcean Flower Island, Danzhou
Chinesisch海花岛 kopierenHǎihuā Dǎo
Ziel海花岛 kopierenOcean Flower Island — als Ziel eingeben
Beste ZeitVormittags für den Rundgang · abends für die Lichtshow
BusBusse von Danzhou und Baimajing — Linien in Amap prüfen. Didi ist einfacher.
DidiVom Bahnhof Baimajing geschätzt 15–25 Minuten.
Route live
EintrittInsel frei zugänglich · einzelne Attraktionen kostenpflichtig
TicketsAuf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link*
Flächerund 7,8 km² aufgeschüttet, drei Inseln
BauherrEvergrande, seit 2013
Geplante Kostenbis zu 160 Mrd. Yuan
Wohnungspreise2015 ca. 25.000 ¥/m² · 2026 ca. 7.000 ¥/m²
Eine künstliche Insel in Form einer Blüte, geplant mit einem Budget von bis zu 160 Milliarden Yuan. Dann ging der Bauherr pleite — der einst größte Immobilienkonzern Chinas. Heute ist sie halb Ferienparadies, halb Mahnmal.

Eine Blüte im Meer

Vor der Westküste Hainans, zwischen den Häfen Paipu und Yangpu beim Ort Baimajing, liegen drei Inseln, die es vor fünfzehn Jahren noch nicht gab. Aus der Luft sehen sie aus wie drei Blüten, die im Meer treiben. Aufgeschüttet wurden sie auf rund 7,8 Quadratkilometern — das entspricht etwa einem Viertel der Fläche von Macau.

Die mittlere Insel ist für Tourismus gedacht, mit Hotels, Themenparks, Museen und Einkaufsstraßen. Die beiden anderen sind vor allem mit Wohnungen bebaut: allein auf der zweiten Insel stehen über 40.000 Apartments in dicht gereihten Hochhäusern.

Der Traum eines Milliardärs

Hinter der Insel steht Evergrande, lange Zeit Chinas größter Immobilienkonzern, und sein Gründer Xu Jiayin, der 2017 zeitweise als reichster Mann Chinas galt. 2013 bekam Evergrande die Rechte an dem Meeresgebiet und begann mit dem Aufschütten.

Die Pläne waren gewaltig. Evergrande warb mit Entwürfen von rund 600 internationalen Designern, geplant waren unter anderem 58 Hotels in unterschiedlichsten Formen, ein Konzerthaus, ein Theater, Freizeitparks und Museen. Die geplanten Kosten stiegen von zunächst rund 40 auf schließlich 160 Milliarden Yuan, über 20 Milliarden Euro. Die Werbung sprach vom „Dubai Chinas“.

Alle drei Sekunden eine Wohnung

Als die ersten Wohnungen 2015 in den Verkauf gingen, war der Andrang riesig. An einem einzigen Tag verkaufte Evergrande Wohnungen für über zwölf Milliarden Yuan, angeblich ging alle drei Sekunden eine Einheit weg. Die Preise lagen bei 24.000 bis 26.000 Yuan pro Quadratmeter — für die Kleinstadt Danzhou eine unvorstellbare Summe.

Gekauft haben viele Familien aus dem Norden Chinas, die im Winter dem Frost entkommen wollten, und Anleger, die auf steigende Preise setzten. Manche Käufer wollten hier ihren Lebensabend verbringen, andere haben ihre Wohnung nie betreten.

Korallen unter Sand

Schon früh gab es Probleme. Beim Aufschütten wurden Korallenriffe und Bestände einer geschützten Perlmuschel zerstört. Umweltprüfer der Zentralregierung stellten 2017 und 2019 schwere Verstöße fest: Evergrande hatte ohne Genehmigung weitergebaut und mit vier Dammbrücken rund 370 Hektar Meer illegal eingeschlossen. Es folgten Strafen in Höhe von über 200 Millionen Yuan.

Die Insel wurde so zu einem der bekanntesten Beispiele für Umweltschäden durch Landgewinnung in China. Für Besucher sieht man davon heute nichts mehr, aber das Wasser zwischen den Inseln ist kein natürliches Meer, sondern eingefasst.

39 Hochhäuser zu viel

2020 kam ein weiterer Skandal ans Licht: 39 Wohntürme auf der zweiten Insel waren mit einer unrechtmäßig erteilten Genehmigung gebaut worden. Der Verkauf wurde gestoppt, der Bürgermeister von Danzhou verlor sein Amt. Ende 2021 ordnete die Stadt an, die Türme innerhalb von zehn Tagen abzureißen.

Nach einem Widerspruch wurde daraus eine Beschlagnahme. Die Käufer bekamen ihr Geld zurück, die Gebäude sollen als Mietwohnungen und Hotelapartments genutzt werden. Die Türme stehen noch heute — ein Anblick, der viel über die Zeit erzählt.

Der Fall eines Riesen

Im selben Jahr brach Evergrande zusammen. Der Konzern hatte umgerechnet über 300 Milliarden US-Dollar Schulden angehäuft und konnte seine Anleihen nicht mehr bedienen. 2023 wurde Xu Jiayin festgenommen, Anfang 2024 ordnete ein Gericht in Hongkong die Abwicklung des Konzerns an. Chinesische Medien berichteten 2026, er habe seine Schuld eingeräumt.

Auf der Insel blieben viele Bauten unfertig. Die Stadt Danzhou holte sich zahlreiche Grundstücke zurück. Die Wohnungspreise fielen dramatisch: 2026 lagen sie nach Angaben von Maklerportalen bei rund 7.000 Yuan pro Quadratmeter, ein Minus von über siebzig Prozent. Ein kleines Apartment mit 23 Quadratmetern kostet heute umgerechnet gut 20.000 Euro.

Was heute da ist

Und trotzdem ist die Insel nicht tot. Es gibt funktionierende Hotels, einen Wasserpark, Museen, ein Schloss im europäischen Stil, gepflegte Promenaden, Restaurants und abends eine Lichtshow. In der Hochsaison kommen Touristen aus ganz China, und clevere Vermieter bieten die billigen Wohnungen als Ferienapartments an — manche mit Hunderten Einheiten.

Daneben liegen ganze Viertel, in denen abends kaum ein Fenster erleuchtet ist, Rohbauten, abgesperrte Baustellen und leere Ladenzeilen. Im Winter wohnen hier vor allem ältere Menschen aus dem Norden, die ihre Wohnung zum Überwintern nutzen.

Warum sich der Besuch lohnt

Gerade dieses Nebeneinander macht die Insel interessant. Man sieht an einem Ort, wie der chinesische Immobilienboom funktionierte und wie er endete: der Glaube an immer steigende Preise, die Rolle der Lokalregierungen, die Umweltschäden, die verlorenen Ersparnisse von Familien.

Die Staatsmedien bewerben die Insel weiterhin als Vorzeigeprojekt des westlichen Hainan. Wer sie selbst gesehen hat, kann sich ein eigenes Bild machen — und das ist vielleicht das Wertvollste an diesem Abstecher.

Wie man den Besuch angeht

Die Insel ist frei zugänglich, Brücken verbinden sie mit dem Festland. Eintritt kosten nur die einzelnen Attraktionen, etwa der Wasserpark oder die Museen. Für einen Rundgang über die mittlere Insel und einen Blick auf die Wohninseln reichen zwei bis drei Stunden.

Am einfachsten kommt man mit Didi, zum Beispiel vom Bahnhof Baimajing oder aus Danzhou. Die Inseln sind weitläufig, für die Wege dazwischen ist ebenfalls Didi am praktischsten. Wer abends die Lichtshow sehen möchte, muss den Rückweg einplanen — Didi-Fahrer sind dort nachts rar.

Gut zu wissenDie Insel ist frei zugänglich, nur einzelne Attraktionen kosten Eintritt — Preise vor Ort oder auf Trip.com prüfen.
Gut zu wissenMit Didi vom Bahnhof Baimajing oder aus Danzhou kommen und den Rückweg einplanen, besonders am Abend.
Gut zu wissenIn den Wohnvierteln leben Menschen, auch wenn sie leer wirken. Nicht in Gebäude oder abgesperrte Baustellen gehen.
Unser Eindruck

Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 28.11.2026.

Texte: mit KI erstellt, recherchiert aus öffentlichen Quellen · Fotos & Videos: eigene Aufnahmen · Titelgrafik: KI-generiert