Museum des Südchinesischen Meeres
| Englischer Name | China (Hainan) Museum of the South China Sea |
| Chinesisch | 中国(海南)南海博物馆 kopierenNánhǎi Bówùguǎn |
| Beste Zeit | Vormittags nach dem Hafen, Dienstag bis Sonntag · für die Ausstellung 1–2 Stunden |
| Bus | Busse von Qionghai (Jiaji) nach Tanmen — in Amap prüfen; zum Museum ist Didi einfacher. |
| Didi | Von Guantang geschätzt 30–40 Minuten. |
| Route live | |
| Eintritt | Kostenlos, Ticket mit Pass |
| Tickets | Auf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link* |
| Geöffnet | 09:00–17:00, montags geschlossen |
| Eröffnet | April 2018 |
| Architekt | He Jingtang |
Ein Schiff aus Beton
Das Museum steht in Tanmen, nur wenige Schritte vom Fischereihafen entfernt, und wurde im April 2018 eröffnet. Entworfen hat es He Jingtang, einer der bekanntesten Architekten Chinas, der auch den chinesischen Pavillon der Weltausstellung 2010 in Shanghai gebaut hat. Das Gebäude erinnert an ein Boot, das auf dem Meer treibt, mit offenen, schattigen Gängen, durch die der Seewind zieht.
Mit mehr als 70.000 Quadratmetern ist es ein großes Haus für eine kleine Fischerstadt. Von der Aussichtsterrasse blickt man über die Hallen hinweg auf den Hafen, aus dem die Kapitäne seit Generationen zu den fernen Riffen fahren.
Das Schiff vom Huaguang-Riff
Das Herzstück ist ein Wrack aus der Südlichen Song-Dynastie, das nach dem Riff benannt ist, auf dem es sank: Huaguangjiao I, bei den Paracel-Inseln. Fischer entdeckten es 1996, Archäologen gruben es 2007 und 2008 aus — es gilt als Meilenstein der chinesischen Unterwasserarchäologie.
Das Schiff war rund 20 Meter lang und 6 Meter breit und hatte vor allem Porzellan aus den Brennöfen der Provinz Fujian geladen. Eine Schale trägt eine Inschrift, mit der sich die Reise auf das Jahr 1162 datieren lässt. Im Museum sieht man eine Rekonstruktion des Schiffs und einen Teil der Ladung — Schalen und Teller, die für die Märkte in Südostasien bestimmt waren.
Fischer, Seebücher und Wale
Vier Dauerausstellungen erzählen die Geschichte des Meeres: seine Natur mit Walskeletten und Korallen, die Seidenstraße über das Wasser, die Unterwasserarchäologie und das Leben der Fischer von Tanmen. Dort liegen auch die Genglubu, die handgeschriebenen Seebücher, mit denen die Kapitäne ihren Weg zu den Riffen fanden.
Wer vorher am Hafen war und die Seite über Tanmen gelesen hat, erkennt vieles wieder: die Boote, die Kompasskurse, die Namen der Riffe.
Was man wissen sollte
Das Museum ist auch eine offizielle Stätte der patriotischen Erziehung. Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Südchinesischen Meeres ganz aus chinesischer Sicht und dient ausdrücklich dazu, Chinas Ansprüche auf die Inseln zu belegen. Andere Anrainerstaaten sehen das anders, und ein internationales Schiedsgericht hat 2016 gegen die historischen Ansprüche entschieden.
Das macht den Besuch nicht weniger lohnend — im Gegenteil. Man sieht hier, wie China diese Geschichte erzählt, und kann selbst vergleichen, was gezeigt wird und was fehlt.
Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 19.11.2026.