Yazhou — die Stadt am Ende der Welt
| Englischer Name | Yazhou Ancient City |
| Chinesisch | 崖州古城 kopierenYázhōu Gǔchéng |
| Ziel | 崖州古城 kopierenYazhou Ancient City — als Didi-Ziel |
| Beste Zeit | Vormittags, auf dem Weg von Yazhou Bay an die Sanya-Bucht |
| Bus | Busse von Sanya nach Yacheng — in Amap prüfen. Didi ist einfacher. |
| Didi | Vom Crowne Plaza Yazhou Bay wenige Minuten, von der Sanya-Bucht rund 40 Minuten. |
| Route live | |
| Eintritt | Straßen kostenlos · Konfuziustempel: Eintritt vor Ort prüfen |
| Tickets | Auf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link* |
| Konfuziustempel | 崖城学宫, gegründet 1044, südlichster Chinas |
| Stadtmauer | seit 1198, erhalten: Südtor |
| Dauer | 1–2 Stunden |
Die südlichste Stadt des Reiches
Yazhou liegt rund 40 Kilometer westlich des heutigen Stadtzentrums von Sanya, im Ort Yacheng. Von der Han-Zeit bis 1954 war die Gegend das Verwaltungszentrum des Südens der Insel; die Chinesen sprechen von „zweitausend Jahren Verwaltungsgeschichte und acht Dynastien“. Sanya selbst hieß lange einfach Yazhou.
Die Stadt begann als Erdwall und bekam 1198 unter der Song-Dynastie eine Mauer aus Ziegeln, die unter Yuan, Ming und Qing ausgebaut wurde. Von den einst drei Toren ist nur das Südtor erhalten, das „Tor der Kultur“, heute frisch restauriert. Reste der Mauer und des Stadtgrabens sind noch zu erkennen.
Ein Konfuziustempel am Ende der Welt
Nur hundert Meter nördlich des Tores steht der Konfuziustempel, die alte Hochschule der Präfektur. Er wurde 1044 gegründet und gilt als südlichster Konfuziustempel Chinas; die Einheimischen nennen ihn den „ersten Tempel am Ende der Welt“. Seit 2013 ist er nationales Kulturdenkmal.
Die Anlage folgt dem klassischen Muster: Ehrentor, halbrunder Teich mit Brücke, Tor der großen Vollendung, Haupthalle. An den Seiteneingängen stehen noch die Steine mit der Aufschrift, dass Beamte hier vom Pferd steigen müssen. Nach alten Listen gingen aus dieser Schule vier Absolventen der höchsten Staatsprüfung hervor — für einen so abgelegenen Ort eine beachtliche Zahl.
Die Verbannten
Yazhou war für das Kaiserreich der äußerste Rand, und deshalb landeten hier viele, die in Ungnade gefallen waren. Der berühmteste ist Li Deyu, der Kanzler der Tang-Dynastie, dessen Tempel man in Haikou kennengelernt hat. Er starb 849 in der Verbannung. Auch Minister der Song-Zeit wurden hierher geschickt.
In Yazhou sagt man deshalb, die Stadt habe „schweres Gewicht“: So viele bedeutende Männer kamen hierher, dass sie die Bildung und Kultur der Gegend prägten. Wer die Seiten über die Verbannten in Haikou und die Dongpo-Akademie gelesen hat, erkennt das Muster wieder.
Huang Daopo — die Weberin
Die überraschendste Geschichte von Yazhou handelt von einer Frau. Huang Daopo stammte aus der Gegend des heutigen Shanghai, floh als Mädchen und lebte fast vierzig Jahre in Yazhou. Hier lernte sie von den Frauen der Li, Baumwolle zu spinnen, zu weben und die dafür nötigen Geräte zu bauen.
Um 1295 kehrte sie in ihre Heimat zurück und verbreitete die Techniken dort. Die Gegend um Shanghai wurde danach zum Zentrum der chinesischen Baumwollweberei, und Huang Daopo wird bis heute als „Ahnherrin der Textilindustrie“ verehrt. Im Tempel erinnern Statuen an sie und an Frau Xian. Wer in Binglanggu die Weberinnen der Li gesehen hat, versteht, woher dieses Wissen kam.
Wie man den Besuch angeht
Man sollte keine vollständig erhaltene Altstadt erwarten. Erhalten sind vor allem das Tor und der Tempel, dazu einige alte Wohnhäuser, eine Pagode und eine alte Brücke in der Umgebung. Für Tor, Mauerreste und Tempel reichen ein bis zwei Stunden.
Ein Eintrittsgeld für die Straßen gibt es nicht; ob der Tempel Eintritt kostet, vor Ort prüfen. Vor dem Tor verkaufen Stände frische Kokosnüsse. Weil die Stadt auf dem Weg von Yazhou Bay zurück an die Sanya-Bucht liegt, passt der Besuch gut an den Vormittag des Umzugstags.
Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 30.11.2026.