Hainan AUF EIGENE FAUST
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Erster Markt

Quick Info
Englischer NameSanya First Market
Chinesisch第一市场 kopierenDìyī Shìchǎng
Beste ZeitAbends ab ca. 18:00 am lebendigsten · vormittags ruhiger, besser zum Vergleichen und Einkaufen
BusHaltestelle „第一市场路口“ (Kreuzung Erster Markt), u. a. Linien 1, 2, 7, 8, 10, 12, 16, 26, 30 und 31. Die Linien stammen aus älteren Quellen — aktuell in Amap prüfen.
DidiAus dem Zentrum nur wenige Minuten, rund 10 ¥. Den chinesischen Namen oben kopieren. Parkplätze gibt es kaum.
Route live
EintrittFrei — man zahlt nur, was man kauft, plus die Kochgebühr
Einheit1 Jin = 500 g
Kochen lassenXinmin-Straße (新民街) und Yefeng-Gasse (椰风巷)
Pro PersonMeeresfrüchte mit Kochen oft unter 100 ¥
Hier kauft man den Fisch selbst und lässt ihn nebenan kochen. Und nirgends in Sanya wird so genau hingeschaut, was ein Pfund Fisch kosten darf.

Mehr als ein Markt

Der Erste Markt ist Sanyas größter Bauernmarkt — und längst mehr als eine Halle. Der Name steht heute für ein ganzes Viertel in der Innenstadt, begrenzt von der Jiefang-Straße, der Yuejin-Gasse und der Hexi-Straße. Dazwischen liegen die Xinmin-, die Xinjian- und die Hongqi-Straße und die Yefeng-Gasse.

Im Kern werden Meeresfrüchte und tropisches Obst gehandelt. Drumherum ist eine über 600 Meter lange Einkaufsstraße gewachsen, in der es fast alles für den Alltag gibt, dazu Kunsthandwerk und Schmuck zu niedrigen Preisen. Abends kommt ein Straßennachtmarkt dazu. Wer eine Stunde bleibt, sieht mehr von Sanyas Alltag als an jedem Strand.

Wie das System funktioniert

Das Prinzip ist in ganz Südchina verbreitet und für Europäer erst einmal verwirrend. Man kauft die Meeresfrüchte roh am Stand und trägt sie in eines der Verarbeitungsrestaurants, die für eine Gebühr kochen. Man zahlt also zweimal: einmal die Ware, einmal die Arbeit.

Die Küchen sitzen vor allem in der Xinmin-Straße und in der Yefeng-Gasse, manche seit über zwanzig Jahren. Viele schicken jemanden mit auf den Markt, der beim Aussuchen hilft. Richtig gemacht ist das deutlich günstiger als ein Seafood-Restaurant — pro Person bleibt man oft unter 100 Yuan.

Die Fallen

Die erste ist die Einheit. Gehandelt wird pro Jin (斤), und ein Jin sind 500 Gramm, nicht ein Kilo. Wer den angeschriebenen Preis für einen Kilopreis hält, verrechnet sich um die Hälfte. Das ist keine Masche, sondern ein Missverständnis — aufgeklärt wird es selten.

Die zweite ist die Waage. Manipulierte Waagen, nass gewogene Ware und das Austauschen großer gegen kleine oder tote Tiere zwischen Wiegen und Tüte sind die klassischen Probleme. Dazu kommt eine Masche bei der Kochgebühr: Berechnet wird pro Jin, und manche Küchen runden jedes angefangene Jin auf — aus 1,1 Jin werden zwei.

Die dritte sind die Vermittler. Wer das Viertel betritt, wird oft von Frauen angesprochen, die einen zu einer bestimmten Küche begleiten — gegen Provision. Dasselbe gilt für Taxifahrer, die ein „gutes Restaurant“ empfehlen. Beides ist nicht verboten, macht es aber teurer.

Die Gegenmittel sind einfach: Preis pro Jin vorher klären, die öffentliche Kontrollwaage des Marktes zum Nachwiegen nutzen, Wasser abschütteln lassen, die Tüte nicht aus den Augen lassen und die Kochgebühr vor dem Kochen erfragen. An Feiertagen ist es sehr voll — dann auf Taschendiebe achten.

Der Skandal von 2012

Dass Sanya beim Thema Seafood-Preise so empfindlich ist, hat einen Grund. Zum chinesischen Neujahrsfest 2012 ging ein Post viral: drei Gerichte in einem Seafood-Lokal für fast 4.000 Yuan, dazu eine zweite Rechnung über mehr als 9.000 Yuan. Die Stadtverwaltung meldete zunächst, es habe über die Feiertage keine einzige Beschwerde gegeben — und musste das kurz darauf zurücknehmen. Rund 600.000 Menschen schlossen sich online der Aktion „Lasst euch nicht abzocken“ an.

Die Folge war ein Preissystem, das es so wohl nirgends sonst gibt. Die Preisbehörde veröffentlicht seither für Seafood-Lokale Richtpreise und Höchstpreise pro Art. Die Grundlage dafür sind die Großhandelspreise, die ein Kontrollteam jeden Tag erhebt — auf dem Honggang-Markt und hier, auf dem Ersten Markt. Die Aufschläge wurden gedeckelt, 2012 etwa auf 190 Prozent bei Fisch und 90 Prozent bei Garnelen und Krabben. Ein Fisch, der hier zehn Yuan pro Jin kostet, durfte im Lokal also höchstens rund 29 Yuan kosten.

Man steht auf diesem Markt also nicht irgendwo. Man steht an dem Ort, an dem Sanya jeden Morgen festlegt, was Fisch in der ganzen Stadt kosten darf.

Und heute?

Ganz verschwunden ist das Thema nicht. Im Mai 2026 ging erneut ein Fall durch die chinesischen Medien: vier Fangschreckenkrebse für 1.035 Yuan. Die Behörde stellte fest, dass der Preis angeschrieben war und innerhalb der Vorgaben lag — der Gast hatte den Bestellzettel allerdings nicht unterschrieben.

Inzwischen veröffentlicht die Stadt Richtpreise für über hundert Meeresfrüchte-Sorten, setzt Obergrenzen auch für gehobene Restaurants und hat einen Garantiefonds eingerichtet, aus dem Gäste in belegten Fällen vorab entschädigt werden. Die Lehre für Besucher ist schlicht: In Sanya ist ein Preis rechtmäßig, wenn er angeschrieben ist und man ihn unterschreibt. Also vor dem Unterschreiben nachrechnen.

Nicht nur Fisch

Rund um den Markt lohnt es sich, einfach durchzuessen: Hainan-Nudeln zum Frühstück, Qingbuliang — das hainanesische Kokosdessert mit Bohnen, Erdnüssen und Datteln —, Klebreiskuchen, in der Kokosnuss gegarter Reis, Shanlan-Reiswein aus Bergreis und frisch gepresste Säfte. Am besten sind Papaya und Kokos.

Die Obststände sind die Stelle, an der man tatsächlich handeln sollte. Die ersten Preise liegen oft deutlich über dem, was am Ende gezahlt wird.

Gut zu wissenVor dem Unterschreiben prüfen: In Sanya gilt ein Preis als akzeptiert, sobald man den Bestellzettel mit Preis unterschreibt. Nachträgliche Beschwerden haben dann wenig Chancen.
Gut zu wissenWer sich übervorteilt fühlt, kann sich an die Plattform „Sanya Fangxin You“ (三亚放心游) wenden. In belegten Fällen gibt es eine Vorab-Entschädigung, ohne dass man selbst mit dem Händler streiten muss.
Unser Eindruck

Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 05.11.2026.

Texte: mit KI erstellt, recherchiert aus öffentlichen Quellen · Fotos & Videos: eigene Aufnahmen · Titelgrafik: KI-generiert