Jiaji — die Altstraße Xizai
| Englischer Name | Xizai Old Street, Jiaji |
| Chinesisch | 嘉积溪仔古街 kopierenJiājī Xīzǎi Gǔjiē |
| Ziel | 溪仔古街 kopierenAltstraße Xizai — als Didi-Ziel |
| Beste Zeit | Später Nachmittag bis zum Abendessen |
| Bus | Stadtbusse in Jiaji — in Amap prüfen. Vom Hotel ist Didi einfacher. |
| Didi | Von Guantang rund 15–20 Minuten. |
| Route live | |
| Eintritt | Kostenlos — öffentliche Straßen |
| Tickets | Auf Trip.com buchen ↗Affiliate-Link* |
| Gleich gegenüber | Xinmin-Straße (新民街) mit Arkadenhäusern |
| Spezialität | Jiaji-Ente, Rebhuhn-Tee |
| Dauer | 2–3 Stunden |
Die zweite Handelsstadt der Insel
Jiaji liegt an einer Schleife des Wanquan-Flusses und ist heute das Zentrum der Stadt Qionghai. Früher war es mehr als das: In alten Quellen heißt es „die große Stadt von Qiongya“ und „der zweite Handelsplatz der Insel“ nach Haikou. Über den Fluss kamen Reis, Betelnüsse, Kokosnüsse und Holz aus dem Hinterland, über das Meer bei Bo'ao Waren aus Guangdong und Südostasien.
Die alten Leute in Jiaji haben dafür einen Spruch, auf den sie bis heute stolz sind: Wohin man auch geht, an Jiaji und Haikou kommt man nicht vorbei.
Die älteste Gasse der Stadt
Die Straße Xizai, wörtlich etwa „am kleinen Bach“, ist die älteste Straße von Jiaji. Nach örtlicher Überlieferung entstand sie schon in der Ming-Zeit als Weg zwischen Fluss und Markt. Hier wurde gehandelt, lange bevor die breiten Straßen der Neustadt gebaut wurden.
Heute ist Xizai keine herausgeputzte Sehenswürdigkeit, sondern eine schmale, lebendige Gasse. Alte Häuser mit Holztüren stehen neben neuen Fassaden, es gibt kleine Läden, Garküchen, Schneider und Werkstätten. Wer langsam geht, sieht Laternenmacher bei der Arbeit, alte Teestuben mit Plastikhockern und Nachbarn, die vor der Tür Karten spielen.
Die Arkaden von Xinmin
Direkt gegenüber dem Eingang der Gasse beginnt die Xinmin-Straße, eine Straße mit Arkadenhäusern im Stil Südostasiens. Zwei- und dreistöckige Häuser mit überdachten Gängen stehen auf beiden Seiten, gebaut in den 1920er und 1930er Jahren mit dem Geld von Rückkehrern aus Singapur, Malaysia und Thailand.
Es ist dieselbe Geschichte wie in der Qilou-Altstadt von Haikou, nur kleiner, ruhiger und kaum restauriert. Unter den Arkaden wird gewohnt und gehandelt, und morgens sieht man Alte beim Tai-Chi vor ihren Häusern. Wer später Haikou besucht, erkennt die Bauweise sofort wieder.
Tee, Ente und Rebhuhn-Tee
Die beste Art, Jiaji zu erleben, ist ein Nachmittag in einer der alten Teestuben. Serviert wird hainanesischer Laocha mit Kleinigkeiten, oft auch der Rebhuhn-Tee, ein Kräutertee aus den Blättern eines Bergstrauchs, der auf Hainan gegen Hitze und schwere Mahlzeiten getrunken wird. Eine Kanne kostet nur ein paar Yuan.
Zum Abendessen gehört in Jiaji die Jiaji-Ente, eines der vier berühmten Gerichte der Insel, hier an ihrem Herkunftsort. Die Restaurants rund um die Altstadt servieren sie weiß gekocht mit einer Soße aus der eigenen Brühe.
Der Fluss vor der Tür
Jiaji verdankt seine Lage dem Wanquan-Fluss, der hier in einem weiten Bogen um die Stadt fließt. Am Ufer führt eine Promenade entlang, auf der abends die halbe Stadt spazieren geht, tanzt und angelt. Von einigen Stellen sieht man flussaufwärts die Hügel, aus denen das Wasser kommt.
In ganz China ist der Fluss durch ein Lied bekannt: „Das Wasser des Wanquan ist so klar“ stammt aus dem Film über die Rote Frauenkompanie und wurde in den 1960er Jahren im ganzen Land gesungen. Ältere Chinesen summen es noch heute, wenn sie den Namen des Flusses hören.
Warum sich der Abstecher lohnt
Jiaji ist das Gegenstück zu Bo'ao und Lecheng. Dort sieht man, wie Hainan sich neu erfindet, hier, wie eine Handelsstadt der Insel vor hundert Jahren ausgesehen hat — und wie Menschen heute in diesen Häusern leben. Es gibt kein Ticket, keinen Rundweg und keine Erklärtafeln auf Englisch. Genau das macht den Nachmittag aus.
Unser Eindruck folgt nach dem Besuch — geplant am 19.11.2026.